Am 28. Januar 1896 erhielt ein Mann namens Walter Arnold aus East Pekham in der englischen Grafschaft Kent das allererste Knöllchen überhaupt. Dieses Bußgeld wurde verhängt, weil er 13km/h in einer 3,2-km/h-Zone fuhr.
Die bisher teuerste Strafe für Raserei wurde einem Vater aus dem niederländischen Rotterdam auferlegt – sein sportliches und ca. 2,2 Millionen Euro teures Auto wurde beschlagnahmt. Warum? Sein Sohn wurde dabei erwischt, wie er mit dem Auto 160km/h in einer 80-km/h-Zone fuhr.
Hast du jemals eine Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten? Wahrscheinlich müsste für die meisten Menschen die Frage wohl eher so formuliert werden: „Hältst du dich immer an die angegebene Geschwindigkeitsbegrenzung?” Einmal fuhr ich 90km/h in einer 70-km/h-Zone. Es dauerte nicht lange und ein Streifenwagen mit Blaulicht fuhr hinter mir her. Zu meiner Verwunderung ließ der Polizist Gnade vor Recht ergehen und verwarnte mich lediglich, erließ mir jedoch die fällige Geldstrafe. Ist ja klar, dass ich darüber erfreut war! Danach fragte ich mich allerdings, ob der Polizist das Richtige getan hatte. Hatte sein nachsichtiger Umgang mit mir wirklich etwas mit Gnade zu tun?

 

Die Grundlagen festlegen

Für den Polizisten als Gesetzeshüter gehörte es zur Pflicht, den Verstoß gegen das Gesetz mit einer Strafe zu belegen, nicht, sie zu erlassen. Die Gesetzesübertretung hat eigentlich eine Strafe zur Folge, die in diesem Fall jedoch ausblieb. Somit hatte der Polizist seine Pflicht nicht erfüllt. Hätte der Polizist mir die Bestrafung erlassen, mir also mein Fehlverhalten „vergeben” können und dabei dennoch die Anforderungen des Gesetzes erfüllen können? Ja! Während er mich davonkommen lässt, hätte er selbst für das Knöllchen bezahlen und somit den berechtigten Ansprüchen des Gesetzes gerecht werden können. Dieses Beispiel bringt es konkret auf den Punkt, in welcher geistlichen Situation wir alle uns heute befinden.
Lass uns kurz innehalten und für einen Augenblick nicht über Geschwindigkeitsbegrenzungen nachdenken, sondern über das bedeutendste Gesetz, das jemals geschrieben wurde – das Gesetz Gottes, des Allmächtigen. Gott hat dieses Gesetz nicht nur mit Seinem eigenen Mund gesprochen, sondern schrieb es auch mit Seinem eigenen Finger (2.Mose 31,18). Die Bibel beschreibt das Gesetz als „heilig, gerecht und gut” (Römer 7,12). Dieses Gesetz beinhaltet zehn einfache Prinzipien (als die Zehn Gebote bekannt), die auf zwei Steintafeln geschrieben wurden, was auf ihre Beständigkeit hinweist. Die erste Steintafel enthält vier Prinzipien, die die Liebe zu Gott erklären; die zweite Steintafel sechs, welche die Liebe zu unseren Mitmenschen beschreiben. Schon von Anfang an haben alle Bewohner unseres Planeten dieses Gesetz nicht befolgt (Römer 3,10.23). Das ist eine ernste Angelegenheit, da die Bibel die Übertretung dieses Gesetzes als Sünde definiert, und die Folge der Sünde der Tod ist (1. Johannes 3,4; Römer 6,23). Um überhaupt die Möglichkeit eines Straferlasses zu bekommen, bot Jesus (unser aller Schöpfer) an, auf diese Welt zu kommen, um solch ein Leben zu leben, wie es das Gesetz eigentlich von uns fordert. Außerdem nahm er stellvertretend für jeden einzelnen Menschen, der jemals auf dieser Erde weilte, jene Todesstrafe auf sich, die eigentlich wir selbst verdient haben.

 

Punkte, die man beachten sollte

Interessanterweise zeigt uns der Tod Jesu, dass genau dieses Gesetz nicht geändert oder abgeschafft werden kann. Denke mal darüber nach. Warum musste Jesus sterben? Die Antwort ist: um Sünder von der Todesstrafe des Gesetzes zu erretten. Wenn Gott Sünder auf eine andere Weise hätte retten wollen, hätte Er dieses Gesetz, dessen Übertretung die Todesstrafe fordert, abschaffen können. Doch wenn Er so gehandelt hätte, wäre schlichtweg das Fundament der Wahrheit – auf dem das Verständnis von Richtig und Falsch basiert – verworfen worden. Er hätte die Sünde zwar entschuldigt, aber dabei Seinem eigenen Charakter der Gerechtigkeit widersprochen. Als Gott zwischen der Abschaffung des Gesetzes oder der Vernichtung der Sünder wählen musste, wollte er weder das eine noch das andere. Stattdessen wählte Er eine dritte Möglichkeit, indem Er Seinen Sohn sandte, der an unserer Stelle am Kreuz die Todesstrafe erlitt. Auf diese Weise betonte Er zum einen die Beständigkeit des Gesetzes, während Er zum anderen auch Seine Liebe für die Sünder, die Übertreter des Gesetzes, erkennen ließ. Wie kommt es in Anbetracht dieses Wissens dazu, dass viele Christen behaupten, das Gesetz sei nicht mehr nötig? Dafür gibt es verschiedene Gründe:
Zum einen wird vielen Christen erzählt, dass das Gesetz „ans Kreuz genagelt” sei, statt dass es am Kreuz erfüllt wurde. Bereits aus seinen dieser Aussage vorausgehenden Überlegungen können wir sehen, dass Paulus sich nicht auf die Zehn Gebote bezog, als er im Kolosserbrief erwähnte, dass etwas „ans Kreuz genagelt“ wurde. Stattdessen bezog er sich auf bestimmte zeremonielle Anforderungen, die auf Jesus hingewiesen und bei Seinem Tod ihre Gültigkeit verloren haben.
Zweitens nehmen einige Christen aus den Schriften des Paulus Textstellen über das Gesetz und zweckentfremden sie. Sie sagen: „Schrieb Paulus nicht, dass, wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden (Römer 5,20)? Hat nicht der große Apostel bekräftigt, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind (Römer 6,14), und dass wir gerechtfertigt werden durch den Glauben allein, ohne die Werke des Gesetzes (Römer 3,28)?” Tatsächlich sagte er dies! Doch in jeder dieser Aussagen korrigierte er jedes nur mögliche Missverständnis seiner Worte. Er widersprach deutlich der Auffassung, dass Gnade uns eine Lizenz zum Sündigen erteilt: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade desto mächtiger werde? Auf keinen Fall!” (Römer 6,1.2) „Was nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Auf keinen Fall!” (Römer 6,15) „Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Auf keinen Fall!” (Römer 3,31)
Drittens besteht das weit verbreitete Missverständnis, dass man meint, die Gläubigen im Alten Testament seien gerettet, weil sie das Gesetz hielten, während die Gläubigen im Neuen Testament allein durch Gnade gerettet werden. Allerdings wird in Apostelgeschichte 4,12 gesagt, dass es keine Errettung außer durch Jesus gibt. Gläubige im Alten Testament wurden genauso errettet wie Gläubige im Neuen Testament – durch Gnade und den Glauben an Jesus Christus.
Viertens behaupten einige Christen auch: „weil Jesus das Gesetz hielt und die Strafe bezahlte, brauchen wir uns nun nicht mehr daran zu halten.” Aber ergibt das wirklich einen Sinn? Starb Jesus, damit wir ungehorsam sein können? Würde die Bezahlung meines Knöllchens durch den Polizisten mir das Recht erteilen, von diesem Zeitpunkt an 90km/h in einer 70-km/h-Zone zu fahren? Natürlich nicht! Wenn überhaupt, dann würde die Güte des Polizisten, nämlich dass er mein Knöllchen bezahlte, ein starker Ansporn für mich sein, mich zukünftig an das Gesetz zu halten. „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten” (1. Johannes 5,3).
Und schließlich behaupten viele, dass wir nicht mehr den Zehn Geboten gehorchen müssen, weil wir nun einem anderen Gesetz unterstellt sind – nämlich dem Gesetz der Liebe! Doch dieses Missverständnis basiert auf einem fehlerhaften Verständnis von Liebe. Es waren Jesu Lippen, die äußerten „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten” (Johannes 14,15). Und der Apostel Paulus bekräftigte, dass „die Liebe die Erfüllung des Gesetzes” ist. Es gibt demnach keinen Konflikt zwischen dem Gesetz und der Liebe, weil Gott die Quelle von beidem ist!

 

Zusammenfassung

Lieber Leser, Gott selbst hat für eine dritte Möglichkeit für dich persönlich gesorgt. Wirst du sie beanspruchen? Nicht alle werden gerettet. Gehorsam gegenüber Gott zählt immer noch! Wirst du dem Himmel treu bleiben? Gottes Gesetz, das in den Zehn Geboten Ausdruck findet, gilt auch heute noch. Die Bibel sagt: „Fürchte Gott und halte Seine Gebote; denn das betrifft alle Menschen” (Prediger 12,13). „Gesegnet sind die, die seine Gebote halten, sodass sie Anteil haben am Baum des Lebens” (Offenbarung 22,14). Die, welche „die Gebote Gottes halten” (Offenbarung 14,12) werden Sein Volk in den letzten Tagen sein. Höre heute auf Gottes Bitte, die auch dir gilt: „Ach, dass sie ein solches Herz hätten, mich zu fürchten, und zu halten alle meine Gebote ihr Leben lang, damit es ihnen wohl ginge und ihren Kindern ewiglich!” (5.Mose 5,29)

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